Arten der Aktienanalyse

Es gibt verschiedenen Ansätze bzw. Arten der Aktienanalyse. Grundsätzlich unterscheidet man die Fundamentale Aktienanalyse (FA) von der Technischen Aktienanalyse (TA), auch Chartanalyse genannt. Generell verfolgen Aktienanalysen das Ziel, den zugrunde liegenden Aktienwert zu bewerten um zukünftige Kursprognosen abzuleiten. Dabei arbeiten die FA und TA mit unterschiedlichen Ansätzen, um dieses Ziel zu erreichen.

Die Fundamentale Aktienanalyse (FA) ist eine Analysemethode, die sich bemüht, den Wert des zugrunde ligenenden Aktienwerts anhand von Fundamentaldaten zu ermitteln. Dabei konzentriert sich die FA auf die Berechnung von gesamtwirtschaftlichen und unternehmensinternen Kennzahlen. Es werden unter anderem Ergebniszahlen aus dem Jahresbericht des entsprechenden Aktienwerts in das Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs gesetzt. Somit kann der Analyst beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) errechnen, indem er den Nettogewinn, der im Jahresbericht ausgewiesen wird, in das Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs setzt.

Das Ergebnis kann in vielseitiger Hinsicht verwendet werden:

  • das Ergebnis kann rückwirkend – nach Analyse der Jahresberichte der vergangenen Jahre – verglichen werden. Damit kann der Analyst durch die “Entwicklung” der Kennzahl in einer Zeitreihe Rückschlüsse auf den betriebsinternen Zustand des Unternehmens ziehen.
  • das Ergebnis kann mit anderen Mitbewerbern (Competitors) verglichen werden. Hier kann der Analyst “bewerten”, ob der entsprechende Aktienwert gegenüber seinen Mitbewerbern im Vorteil/Nachteil ist.
  • das Ergebnis kann unter Umständen auch branchenübergreifend verglichen werden. Jedoch ist zu beachten, in welcher Branche sich der zugrunde liegende Aktienwert befindet. Einige Branchen sind für einen branchenübergreifenen Kennzahlenvergleich ungeeignet, beispielsweise die Eigenkapitalquote (EKQ) von Banken im Vergleich zu Software-Firmen. Banken sind derzeit notorisch untereigenkapitalisiert, während Software-Firmen, um diese als “gesund  und zukunftsträchtig” zu bezeichnen über eine hoche EKQ verfügen sollten.

Für jede Kennzahl gibt es “Richtwerte”, die natürlich von Branche zu Branche abweichen können.

Bekannte Verfechter der Fundamentalen Aktienanalyse (FA) sind Benjamin Graham und sein Schüler Warren Buffett.

 

Die Technische Aktienanalyse (TA), auch als Chartanalyse bekannt, ist eine Analysemethode, die davon ausgeht, dass die Kursverläufe einem Muster folgen, die sich entsprechend wiederholen. Beispielhafte Muster sind “Schulter-Kopf-Schulter”, “Doppel-Top” oder “Keile”.

Grundsätzlich wird in der TA davon ausgegangen, dass alle kursrelevanten Informationen bereits den Kursverlauf wiederspiegeln. Aus diesem Grunde werden weder gesamtwirtschaftliche noch unternehmensinterne Indikatoren herangezogen, um den weiteren Kursverlauf des zugrunde liegenden Aktienwerts zu prognostizieren. Vielmehr geht es hier um Trends, die anhand der TA erkannt werden sollen. Somit spielt die Kursentwicklung der Vergangenheit eine große Rolle, die mit Hilfe verschiedener Muster analysiert werden.

Somit können mit Hilfe der TA

  • zukünftige Kursentwicklungen kurz- bis mittelfristig “vorausgeahnt” werden
  • Trends frühzeitig erkannt werden