Was ist eine Aktie?

Allgemeines über die Aktie

Die Aktie ist ein Wertpapier, das an der Börse gehandelt wird. Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft wird in Teile zerlegt, sodass Interessenten, die sich an der Aktiengesellschaft beteiligen möchten, in der Lage sind, gewisse Anteile am Unternehmen über die Börse zu erwerben.

Angenommen eine Aktiengesellschaft hat bei Ausgabe ihrer Aktien ein Grundkapital von 1.000.000 €. Dann kann dieses Eigenkapital beispielsweise in 1.000.000 Aktien mit einem Nennwert von 1 € zerlegt werden. Erwirbt ein Interessent 1 Aktie dieser Beispielgesellschaft, so besitzt er einen Anteil von einem Millionstel am Unternehmen. Der Nennewert bleibt immer konstant (bei 1 €), während sich sowohl das Grundkapital der Gesellschaft als auch der Kurs an der Börse täglich verändert. Darum ist es in der Realität so, dass eine Aktie mit einem Nennwert von 1 € nicht unbedingt tatsächlich einen Euro an der Börse kostet, sondern deutlich mehr.

Aktiengattungen

Es gibt verschiedene Arten von Aktien, die grundsätzlich in der Regel nach folgenden Kriterien unterschieden werden:

Unterscheidung nach den Rechten der Anteilseigner

Vorzugsaktien haben im Gegensatz zu Stammaktien keine Stimmberechtigung auf der Hauptversammlung. Dafür berechtigen Vorzugsaktien zu einer höhreren Dividendenausschüttung. Vorzugsaktien sind vor allem für Kleinanleger interessant, da sie zwar auf ihr Stimmrecht bei der Haupversammlung verzichten, jedoch eine leicht erhöhte Dividende erhalten. Institutionelle Anleger wie beispielsweise Fondsgesellschaften sind eher daran interessiert, ihre Interessen auf der Hauptversammlung durchzusetzen und erwerben daher in der Regel eher Stammaktien eines Unternehmens. Auch bei Übernahmen (Fusionen) kauft die übernehmende Firma die Stammaktien der zu übernehmenden Firma, um letztere zu “kontrollieren” (50% + 1 der Stimmen) bzw. sich diese ganz einzuverleiben.

Unterscheidung nach Eigentumsübertragung

Bei Namensaktien erfolgt nicht nur die namentliche Erfassung des Aktionärs im Aktionärsregister beim Unternehmen, sondern auch das Geburtsdatum, Adresse sowie die Anzahl gehaltener Aktien. Das bedeutet, der Gesellschaft ist bekannt, wer ihre Anteilseigner sind! Das bietet solchen Gesellschaften nicht nur eine Art Schutz vor feindlichen Übernahmen anderer Unternehmen. Ein weiterer Vorteil: Investor Relation (IR) – eine Abteilung einer Aktiengesellschaft, die sich um die Belange der Anteilseigner kümmert – kann gezielt auf die verschiedenen Aktionärsgruppen eingehen. Auch wenn beispielsweise institutionelle Anleger ihre Anteile an einem Unternehmen reduzieren sollten, kann IR nachhaken und ggf. die Gründe des Verkaufs in Erfahrung bringen.

Eine besondere Form der Namensaktie sind die vinkulierten Namensaktien. Diese Aktien dürfen nur nach Zustimmung des Vorstandes veräußert werden. Oder auch umgekehrt: Um die Kontrolle nicht an ausländische Anteilseignern abzugeben, kann der Vorstand einer Gesellschaft die Eintragung ins Handelsregister verweigern. Diese Aktiengattung ist oft bei strategischen Unternehmen anzutreffen, wie beispielsweise in der Rüstungsindustrie oder der Deutschen Lufthansa, deren Landeerlaubnisse in Deutschland Eigentumsbeschränkungen unterliegen.

Bei Inhaberaktien dagegen erfolgt keine namentliche Erfassung der Aktionäre, es gibt kein Aktienregister des Unternehmens. Die Anteilseigner sind sozusagen anonyme Teilhaber an der Gesellschaft.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Namens- und Inhaberaktien besteht jedoch bei der Eigentumsübertragung. Bei Namensaktien tritt der im Aktienregister des Unternehmens vermerkte Besitzer seine Rechte an den neuen Besitzer ab. Damit der neue Besitzer jedoch seine erworbenen Rechte in Anspruch nehmen kann (Stimmrecht / Dividende), muss sich der neue Besitzer erst im Aktienregister des Unternehmens eintragen lassen. Bei Inhaberaktien ist die Eigentumsübergabe weniger komplex; hier erfolgt die Übertragung der Rechte per Einigung, Indossament und Übergabe.

Unterscheidung nach Stückelung des Grundkapitals

Bei Nennwertaktien wird das Grundkapital nach dem Nennewert der Aktien aufgeteilt. Soll der nennwert einer Aktie 1 € betragen und das Grundkapital enstpricht 1.000.000,00 €, dann werden 1 Million Aktien mit einem Nennwert zu 1 € ausgegeben. Wichtig: die Summe aller Nennwertaktien entsprechen dem Grundkapital der Gesellschaft. Stückaktien dagegen besitzen keinen Nennwert. Hier ist die Stückzahl der Aktien in der Satzung der entsprechenden Gesellschaft definiert.